Logistikprozesse betrachtenLogistikprozesse betrachten

Die aktuellen Trends in der Logistik sind vielfältig. Zur Steigerung der eigenen Resilienz ist eine ganzheitliche Betrachtungsweise notwendig, vom Absatzmarkt über die interne Produktions- bis hin zur Beschaffungslogistik.

Auf einen Blick: Themenstellung, Erklärung, Einordnung

Stabile Logistikprozesse sind die Basis für den unternehmerischen Erfolg. Schon vor Corona haben Situationen mit eingeschränkten Lieferketten durch den Wegfall von Lieferanten ihre Auswirkungen gezeigt. Seit 2020 kommen weitere Herausforderungen hinzu, die sich durch Chip-Mangel, unterbrochene Lieferketten, aber auch der Verschiebung von Absatzmärkten ergeben haben. Zur Steigerung der eigenen Resilienz ist für die Logistik eine ganzheitliche Betrachtungsweise notwendig, vom Absatzmarkt (Distributionslogistik) über die interne Produktionslogistik bis hin zur Beschaffungslogistik. Zusätzlich sind die unterstützenden Prozesse in Form von Recycling- und Redistributionslogistik zu betrachten.

Potentiale

Neue Technologien können die Basis für eine resiliente Logistik bilden. Zu den wichtigsten Trends in der Logistik, die in den nächsten fünf Jahren einen hohen Einfluss haben können, zählen:

  • Big Data Analytics
  • Internet of Things (IoT),
  • Robotics and Automation,
  • Künstliche Intelligenz,
  • Cloud&APIs.

Weitere Aspekte ergeben sich beispielsweise aus den Umweltbedingungen und sind Diskussionsthema im Rahmen von Branchenkonferenzen. Dazu gehören Aspekte der Nachhaltigkeit, insbesondere der Umgang mit CO² Zertifikaten in der Transportlogistik mittels LKW, der Einsatz alternativer Verkehrsträger (Bahn) und die Plattformökonomie bzw. auch Open Source Logistikansätze.

Maßnahmen und Lösungsansätze

Durch den Einsatz von Analysemethoden auf Basis der eigenen Datenbestände lassen sich Kennzahlensysteme zur Bewertung der logistischen Leistungsfähigkeit einführen. Diese können Informationen zum Lagerbestand als auch zur Anzahl der täglich kommissionierten Pakete enthalten, um gezielt Maßnahmen zur Aufwandsreduktion zu initiieren, beispielsweise durch Assistenzsysteme oder Automatisierungslösungen.

Dabei kann durch den Einsatz von IoT-Geräten eine einfachere Integration der Informationsflüsse in das Gesamtsystem erfolgen, sodass entsprechende Informationen in Echtzeit beispielsweise in der Produktionslogistik etabliert werden können. Die gesteigerte Transparenz unterstützt dabei die innerbetriebliche Leistungsfähigkeit.

Robotiklösungen in der Logistik helfen den Aufwand zu reduzieren bzw. einzelne Prozesse komplett zu automatisieren. Mittels Prozessanalysen kann untersucht werden, inwieweit sich beispielsweise manuelle Kommissionier- und Sortiervorgänge in den Prozessablauf integrieren lassen. Somit ließe sich die Verschwendung durch Doppelhandling von Bauteilen innerhalb der Produktion minimieren. Gute Ansätze zur Identifikation von Verschwendungen in der Logistik liefern Lean Management Methoden, etwa die Identifikation der sieben Verschwendungsarten nach Muda.

Der Trend Cloud & API bzw. auch KI eröffnet die Chance, interne Prozesse mit dem Gesamtkontext der eigenen Wertschöpfungskette bis zum Endkunden zu verbinden. Dabei bietet Plattformökonomie Mehrwerte. So können Verlader durch Plattformen wie insta-freight oder Transporeon Speditionskapazitäten am Markt anfragen und gleichzeitig das Transport-Management über die Plattform durchführen.

Herausforderungen

Die aktuellen Trends in der Logistik sind vielfältig. Basis für die Entscheidungsvorbereitung ist immer eine adäquate Anforderungs- und Prozessanalyse, um die eigenen Bedürfnisse zu verstehen und daraus eine Leistungsbeschreibung für die Logistikanforderungen ableiten zu können. Auch im Hinblick auf die zukünftigen Entwicklungen bei Energiekosten bzw. Zertifikaten für den CO² Ausstoß ist es perspektivisch sinnvoll, sich mit den eigenen Prozessen in der Beschaffung und Distribution zu beschäftigen, um Potentiale zu erschließen. Gleichzeitig können Kundenmehrwerte durch eine transparentere Kundenkommunikation generiert werden in Form von Lieferbestätigungen oder einem Live Tracking der Sendungen. Die Herausforderung hierbei liegt in der Verknüpfung von Dienstleister- Schnittstellen mit den eigenen Systemen, um schlussfolglich aufwandsarme Logistikprozesse abzubilden.

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